Saison 2026/2027
Das Konzert mit dem Ensemble il Capriccio musste bedauerlicherweise krankheitshalber verschoben werden. Es wird voraussichtlich im Juni 2028 nachgeholt. Glücklicherweise konnte kurzfristig ein Ersatz gefunden werden, der die Komponisten Brahms und Schubert aufgenommen hat.
Samstag, 26. September 2026 19 Uhr Stadtkirche St.Veit



Elena Benditskaja, Klavier
Annette Schäfer, Violine
Gunter Teuffel, Viola
„Wie Melodien zieht es mir leise durch den Sinn…“
Franz Schubert Arpeggione-Sonate a-moll D.821 für Viola und Klavier
Johannes Brahms Sonate A-Dur op.100 für Violine und Klavier
Dimitri Schostakowitsch Stücke für Violine, Viola und Klavier und Jazz Suite arr. A.Benditsky.
Max Bruch Stücke für Violine, Viola und Klavier
„Eine Liebes- und Lieder-Sonate“ hat der Biograph Max Kalbeck die A-Dur-Violinsonate von Brahms genannt. Allegro amabile schrieb der Komponist hinreichend deutlich über den ersten Satz, und auch sonst hat er aus dem Umstand, dass die Sonate „in Erwartung einer lieben Freundin“ komponiert wurde, keinen Hehl gemacht. Sie ist ein Gedicht in drei Strophen zu Ehren der Sängerin Hermine Spies.
Die Geschichte, wie sie Hermines Schwester Minna erzählt, ist zu rührend und zu wesentlich für das Verständnis der Sonate, um sie hier zu verschweigen: „Ein Spätsommertag war’s. Die Nachmittagssonne stand vor ihrem Untergange und strahlte golden über die Wasser und durch die geöffneten Fenster zu uns herein. Die Blumengehänge, die über die Ufer des Sees herabfielen, wurden zu neuen glutvollen Farben erweckt und sandten ihren Duft herüber. Hermine sang dazu. Zwei neue, noch ungedruckte Lieder lagen auf dem Notenpult des Flügels, ‚Immer leiser wird mein Schlummer‘ und ‚Wie Melodien zieht es‘. Brahms begleitete.“
Wie eine Vorahnung dieses sommerlich erfüllten Augenblicks hat Brahms die A-Dur-Violinsonate entworfen und ihr verborgenes Motto miteinkomponiert. Es sind jene Verse von Klaus Groth, die seinem zweiten für Hermine komponierten Lied zugrunde liegen:
Wie Melodien zieht es
Mir leise durch den Sinn,
Wie Frühlingsblumen blüht es
Und schwebt wie Duft dahin.
Eingerahmt wird diese Sonate durch die berühmte und ebenfalls liedhafte Arpeggione-Sonate von Franz Schubert und Werke von Dimitri Schostakowitsch und Max Bruch die in wechselnder Besetzung auf das Thema Bezug nehmen:
„Wie Melodien zieht es mir leise durch den Sinn…“

Foto: Jörg Sander
Samstag, 28. November 2026 19 Uhr Stadtkirche St. Veit
La protezione della Musica
Francesco Bellotto | Barocktrompete Jeroen Finke | Bariton & Leitung Felicia Graf | Barockvioline Janina Knoblich | Barockcello Tobias Tietze | Barocklaute Lisa Bork | Haussdörffer-Orgel
Frohlocket und jauchzet!
Hochbarocke Weihnachtsmusik aus dem Umfeld Bachs für Trompete, Gesang, Streicher und Orgel.
Mit dem Ausruf „Jauchzet, frohlocket“ beginnt die wohl bekannteste Weihnachtsmusik von Johann Sebastian Bach, das „Weihnachtsoratorium“, und der heute bekannteste Komponist der Barockzeit steht auch im Mittelpunkt des Konzerts am ersten Adventswochenende in der Kirche St. Veit in Waldenbuch.
Das Ensemble für historische Aufführungspraxis „La Protezione della Musica“ unter der Leitung von Bariton Jeroen Finke musiziert Klassiker aus dem Schemelli-Gesangbuch und Orgelmusik sowie eine Arie aus dem Weihnachtsoratorium von Bach, ergänzt diese jedoch um weitgehend unbekannte Werke aus dem Umfeld Bachs.
So erklingen Werke des Dresdner Hofkapellmeisters von August dem Starken, Johann Christoph Schmidt, des berühmten Lautenisten Silvius Leopold Weiss und des Leipziger Universitätsmusikdirektors Johann Gottlieb Görner. Auch erklingen zwei Kantaten von Georg Philipp Telemann und Christoph Graupner, die man sich beide in Leipzig lieber als neue Thomaskantoren gewünscht hätte.
Freuen Sie sich auf abwechslungsreichen, hochbarocken musikalischen Reichtum mit jungen Spezialisten an Naturtrompete, Violine, Cello, Laute, Orgel und Gesang.

Foto: Andrej Grilc
Samstag, 30. Januar 2027 19 Uhr Stadtkirche St. Veit
Kreisler Trio Wien
Bojidara Kouzmanova-Vladar, Violine Axel Kircher, Viola Luis Zorita, Violoncello
Künstlerleben
Schubert-J.Strauß-Dvorak-Elgar-Chaplin-Kreisler
Die Streichtrios von Schubert, Dvorak, Kreisler, Elgar, J.Strauß und C. Chaplin oszillieren zwischen eleganter, volkstümlicher Beschwingtheit und leichter, wienerisch gefärbter Melancholie – dieses Programm zeichnet das Leben von Fritz Kreisler nach, dem Namensgeber des Kreisler Trios.
Das KREISLER TRIO WIEN wird 2027 das 20jährige Jubiläum seines Bestehens feiern! Dank seiner charakteristischen Musizierkultur und exzellenten Qualität ist es heute eines der herausragenden österreichischen Kammermusikensembles. Der Name ist eine Hommage an den genialen österreichischen Geiger und Komponisten Fritz Kreisler, dessen humanistisches Weltbürgertum, künstlerische Eleganz und musikalischer Tiefgang für uns eine andauernde Inspiration darstellen.
Neben Auftritten im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins, im Wiener Konzerthaus, dem Grafenegg-Festival, der Styriarte Graz, dem Festival Allegro Vivo sowie bei namhaften Festivals in ganz Europa und mehreren Rundfunkmitschnitten wurden 2011 die Streichtrios op.11 von I.J.Pleyel auf CD aufgenommen.
2018 ist bei Paladino-Records unsere Mozart-CD mit dem Divertimento KV 563 und dem Horn-Quintett KV 407 erschienen und wurde in den internationalen Fachmedien mit begeisterten Kritiken besprochen. Seit Juni 2021 ist eine weitere CD-Aufnahme mit der Serenade von E.v.Dohnanyi und dem Septett von L.v.Beethoven bei Paladino-Records erhältlich.

Foto: Ronny Zimmermann
Samstag, 20. März 2027 19 Uhr Stadtkirche St. Veit
Duo Violoncello und Klavier
Lionel und Demian Martin
Meisterwerk und Improvisation
Schumann-Beethoven-Rachmaninoff
Lionel Martin zählt zu den herausragenden Cellisten seiner Generation. Anne-Sophie Mutter bezeichnet ihn als „einen wunderbar sensiblen, spontan reagierenden und großartigen Imaginationskünstler“. Er ist Preisträger der Budapest International Cello Competition (2025), Gewinner des Suggia Award (Porto, 2024) sowie erster Preisträger des Wettbewerbs Ton & Erklärung (Hannover, 2022). Seit 2017 ist er Stipendiat der Anne-Sophie Mutter Stiftung und konzertiert regelmäßig mit ihr in bedeutenden Sälen wie der Elbphilharmonie, der Berliner Philharmonie, dem Wiener Musikverein, dem KKL Luzern, dem Teatro Colón und der Carnegie Hall. Als Solist trat er u. a. mit dem SWR Symphonieorchester, dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien, der NDR Radiophilharmonie, dem Gürzenich-Orchester und dem Hungarian National Philharmonic Orchestra auf. Seine Debüt-CD mit John Taveners The Protecting Veil erschien 2023, eine weitere Einspielung folgte 2024. Er studiert bei Frans Helmerson an der Kronberg Academy. Sein Studium wird ermöglicht durch das Arpeggione-Patronat.
Seit Demian Martin im Alter von sechs Jahren mit dem Klavierspielen begann, improvisiert und komponiert er Musik. Heute gehört Improvisation auf Zuruf des Publikums und in beliebigem Genre zu seinen Aufritten, ebenso wie Konzertmoderation und kabarettistische Formate.
Er erhielt Klavierunterricht bei Janet Wilson (Perth, Australien), Karin Mielich (Tübingen) und Prof. Friedemann Rieger (Stuttgart) sowie Orgelunterricht bei Elisabeth Fröschle, Günther Löw und Prof. Ingo Bredenbach, bevor er 2016 die C-Prüfung zum Kirchenorganisten abschloss. 2017 begann er sein Klavierstudium bei Prof. Konrad Elser an der Musikhochschule Lübeck, das er 2021 abschloss. Es folgte ein Filmmusik- und Sounddesign-Projektstudium ab der Filmakademie Baden-Württemberg. Inzwischen studiert er Künstlerische Klavierimprovisation im Master bei Prof. Noam Sivan an der HMDK Stuttgart, wobei ihn das Erasmus-Programm für ein Jahr in die Improvisationsklasse von Prof. Jean-François Zygel am Conservatoire de Paris geführt hat.
Im Duo mit seinem Bruder, dem Cellisten Lionel Martin, konzertiert er in Deutschland und in der Schweiz und wurde durch den SWR, WDR und durch ARTE ausgestrahlt.

Samstag, 26. Juni 2027 19 Uhr Stadtkirche St. Veit
Tabea Zimmermann mit ihren Studierenden
Ein Himmel voller Bratschen
Die Namen der Studierenden und das genaue Programm werden später bekannt gegeben
Benjamin Dale – Wilhelm Friedemann Bach -Béla Bártok – György Kurtág – Yehezkel Braun -Ludwig van Beethoven – Frank Bridge
Tabea Zimmermann zählt zu den bedeutendsten Bratschistinnen unserer Zeit. Als vielseitige Solistin, Kammermusikerin und Pädagogin prägt sie das internationale Musikleben – mit künstlerischer Integrität, geistiger Unabhängigkeit und einer tiefen inneren Überzeugung.Bereits mit elf Jahren debütierte die aus Südbaden stammende Musikerin in der BerlinerPhilharmonie. Nach Wettbewerbserfolgen in Genf, Paris und Budapest wurde sie mit nur 21 Jahren zur jüngsten Professorin Deutschlands berufen. Heute unterrichtet sie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt und an der Kronberg Academy.Ein Schwerpunkt ihres Schaffens liegt auf der zeitgenössischen Musik. Zahlreiche Werke von György Ligeti, Wolfgang Rihm, Heinz Holliger, Enno Poppe und anderen wurden ihr gewidmet oder von ihr uraufgeführt. Dabei verbindet sie neue musikalische Ideen mit klassischer Interpretationstradition. Kammermusik ist ihr ebenso wichtig wie das „Play & Lead“-Prinzip: Als Leiterin aus der Mitte des Ensembles arbeitete sie u.a. mit dem Ensemble Resonanz, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Bundesjugendorchester.
Als Residenzkünstlerin war sie u.a. beim Royal Concertgebouw Orchestra, bei den Berliner Philharmonikern und beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zu Gast. Auch mit dem Saint Paul Chamber Orchestra besteht eine enge künstlerische Partnerschaft.Zudem engagiert sie sich kulturpolitisch als Präsidentin der Hindemith-Stiftung, Vorsitzende der Ernst von Siemens Musikstiftung und mit ihrer eigenen David-Shallon-Stiftung. Für ihr Wirken wurde sie vielfach ausgezeichnet – u.a. mit dem Bundesverdienstorden.
Ein wesentlicher Teil der Beschäftigung mit Musik besteht für Tabea Zimmermann in der Arbeit mit ihren Studierenden: „Der ständige Dialog mit wachen und interessierten jungen Musikern schärft den eigenen Blick. Ich habe große Freude an der gemeinsamen Arbeit, in der musikalische Instinkte hinterfragt und auf eine bewusste Ebene gebracht werden.“
Außerdem ist es wichtig für sie, die eigenen Erfahrungen im Umgang mit dem Instrument, den Partituren und den Kammermusikpartnern an ihre Studenten weiterzugeben. „Besonderes Augenmerk lege ich dabei auf die Zusammenführung musikalischer und interpretatorischer Ideen und deren technischer Ausführung. Hierbei möchte ich die Perfektion im Ausdruck bei weit gefächertem Stilbewusstsein vermitteln.“
