„Wie Melodien zieht es mir leise durch den Sinn…“



Fotos: privat
Elena Benditskaja, Klavier Annette Schäfer, Violine Gunter Teuffel, Viola
Franz Schubert Arpeggione-Sonate a-moll D.821 für Viola und Klavier
Johannes Brahms Sonate A-Dur op.100 für Violine und Klavier
Max Bruch Stücke für Violine, Viola und Klavier
Dimitri Schostakowitsch Stücke aus Filmmusiken arr. von L.Atovmian und aus der Jazz Suite arr. von A.Benditsky für Violine, Viola und Klavier
„Eine Liebes- und Lieder-Sonate“ hat der Biograph Max Kalbeck die A-Dur-Violinsonate von Brahms genannt. Allegro amabile schrieb der Komponist hinreichend deutlich über den ersten Satz, und auch sonst hat er aus dem Umstand, dass die Sonate „in Erwartung einer lieben Freundin“ komponiert wurde, keinen Hehl gemacht. Sie ist ein Gedicht in drei Strophen zu Ehren der Sängerin Hermine Spies.
Die Geschichte, wie sie Hermines Schwester Minna erzählt, ist zu rührend und zu wesentlich für das Verständnis der Sonate, um sie hier zu verschweigen: „Ein Spätsommertag war’s. Die Nachmittagssonne stand vor ihrem Untergange und strahlte golden über die Wasser und durch die geöffneten Fenster zu uns herein. Die Blumengehänge, die über die Ufer des Sees herabfielen, wurden zu neuen glutvollen Farben erweckt und sandten ihren Duft herüber. Hermine sang dazu. Zwei neue, noch ungedruckte Lieder lagen auf dem Notenpult des Flügels, ‚Immer leiser wird mein Schlummer‘ und ‚Wie Melodien zieht es‘. Brahms begleitete.“
Wie eine Vorahnung dieses sommerlich erfüllten Augenblicks hat Brahms die A-Dur-Violinsonate entworfen und ihr verborgenes Motto miteinkomponiert. Es sind jene Verse von Klaus Groth, die seinem zweiten für Hermine komponierten Lied zugrunde liegen:
Wie Melodien zieht es
Mir leise durch den Sinn,
Wie Frühlingsblumen blüht es
Und schwebt wie Duft dahin.
Eingerahmt wird diese Sonate durch die berühmte und ebenfalls liedhafte Arpeggione-Sonate von Franz Schubert und Werke von Dimitri Schostakowitsch und Max Bruch die in wechselnder Besetzung auf das Thema Bezug nehmen:
„Wie Melodien zieht es mir leise durch den Sinn…“
